Geschichte

Als einer der ersten Adeligen Wiens war Fürst Johann Adam von Liechtenstein bestrebt, nach dem endgültigen Rückschlag der Türken 1683 einen repräsentativen Sommersitz vor den Toren der Stadt zu schaffen. 1687 kaufte er in der Rossau bei Wien vom Fürsten Auersperg ein Grundstück, bestehend aus Gärten, Weinbergen und Äckern.
Kurz darauf erstellte Johann B. Fischer von Erlach, gerade aus Rom nach Wien gekommen, ein Projekt für eine Sommerresidenz und für ein den Garten abschließendes Belvedere, das als einziges seiner Entwürfe zur Ausführung kam und 1689 bereits in Bau war. Das Gartenpalais hingegen wurde nach Plänen von Domenico Egidio Rossi  unter Domenico Martinelli erbaut.

Im Nordwesten seiner Sommerresidenz legte der Fürst ab 1694 eine Mustersiedlung als Vorstadt Liechtenthal an, die 1701 bereits 80 Häuser zählte. Die Hauptachse verlief vom Gartenpalais über den Park zum Belvedere und endete beim großen Sechseckbau des fürstlichen Brauhauses. Im Zentrum war die neue Kirche geplant, deren Grundstein aber erst 1712 gelegt wurde. Innerhalb von 20 Jahren war eine barocke Residenz entstanden, die den hohen Anforderungen der fürstlichen Hofhaltung entsprach und eine der wenigen urbanistischen Planungen der Barockzeit in Wien darstellt.

1873 musste dieses Belvedere einem Neubau von Heinrich von Ferstel weichen. Beauftragt von Fürst Johannes II entstand an dessen Stelle ein Palast für die Mutter des Fürsten, der in seiner Mittelpartie die barocke Form des Vorgängerbaus zitiert.

1989 bis 1991 wurde das Palais generalsaniert und das Dachgeschoß ausgebaut. Heute dient es als Büro- und Wohngebäude.


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